Thailand 2003

von
Michael Pophal

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Donnerstag 16. Oktober 2003, Bangkok

Der Flug geht von Nürnberg über Wien nach Bangkok. Völlig erschlagen vom Flug, versuchen wir noch ein Taxi zu erfeilschen. Letztendlich nehmen wir den Bus und damit 3 Stunden Fahrt in Kauf. Denn eigentlich ist das Hotel 'Manohra' nur 20 Fahrminuten vom Flughafen entfernt. Die Wärme und Schwüle erschlägt uns, trotzdem sind wir überglücklich vor einem neuen Urlaub zu stehen. Nachdem wir uns etwas akklimatisiert hatten, besuchten wir ein staatliches Reisebüro. T.A.T. heißen die hier, 'Touristen Abzocken Total'. In unserem guten Glauben buchen wir ein Rundumsorglospaket - Chiang Mai - Abendevent mit Tanz - 6 Tage Trekkingtour mit eigenem Führer - Elefantentrip - Bamboo-Rafting für schlappe 290 € pro Nase. Noch denken wir es ist günstig ...
Am Abend besuchen wir Bangkoks Hinterstrassen und bestaunen die vielen Strassenstände. Essen gibt's in Hülle und Fülle, nur leider nicht zu identifizieren. Trotzdem wagen wir den Anfang mit einem Fischsüppchen ... LECKER!

Freitag 17. Oktober 2003, Bangkok

Am Royal Orchid Sheraton Hotel buchen wir eine Klongfahrt mit dem Longtailboot. Die teilweise hohen Wellen des Klong machen das Ein- und Aussteigen zu einem kleinen Stunt. Holgi haut sich dabei ordentlich die Gräten an. Wir steigen am Grand Palace aus, er ist leider geschlossen. Wir besuchen die imposante Tempelanlage des angrenzenden Wat Phra Kaew, mit dem Jadebuddha als einer der Höhepunkte. Der Eintritt ist frei, ist ja auch ein Tempel und somit für die Öffentlichkeit zugänglich.
Etwas unentschlossen hängen wir am Sanam Luang Park herum, als uns ein Hochschullehrer anspricht und für uns die weitere Sightseeing-Tour per Tuk-Tuk plant. Das Tuk-Tuk ist auch gleich geordert und für wenige Baht werden wir stundenlang durch Bangkok gekutscht. Trotzdem hatte dieser billige Trip seinen Haken, wir mussten an mehreren Touristenstationen aussteigen und in teilweise sehr unfreundliche Läden gehen, damit der Tuk-Tuk Fahrer dort seine Provision einstreichen kann. Deshalb der günstige Tuk-Tuk Preis, wir haben was dazugelernt. Jedenfalls ging der Trip vom Lächelnden Buddha im Wat Mongkut über den Golden Mountain zu diesen genannten Geschäften. Irgendwann wird es uns zu bunt und steigen aus. Nach stundenlangem Herumirren in Strassen der Möbel- und Maschinenhersteller landen wir irgendwann am 'World Trade Center' (ja, hier gibt's es noch eines). Mit dem Taxi fahren wir in ein Fischrestaurant, das sich preislich offensichtlich an den Tourismus angepasst hat ... es war sauteuer, aber gut. Angetrunken von dem Singha-Beer torkeln wir zum Sky-Train und lassen uns zum Hotel bringen. Nach Duschen und Relaxen brechen wir noch mal auf und besuchen den berühmten Nachtmarkt von Bangkok. Da dieser Nachtmarkt nun mal im Rotlicht-Viertel liegt, bleibt man natürlich nicht lange unbehelligt. Anfangs ist es vielleicht noch ganz amüsant, die vielen Frauen abzuwimmeln, aber schon nach wenigen Minuten kann einem der Kragen platzen. Davon ausgehend, man will sich kein AIDS holen und wirklich nur den Nachtmarkt besuchen! Mit der Absicht hier unsere fehlende Kleidung für den Urlaub noch nachzukaufen, erfeilschen wir 3 Hosen für umgerechnet 45 €. Bei einem Bierchen und Tenga Spiel mit den Bardamen genießen wir das Treiben dieser nie schlafen wollenden Stadt. Mit einem Tässchen Kakao in einem Kaffe geht der Tag zur Neige und wir verschwinden im Hotel.

Samstag 18. Oktober 2003, Chiang Mai

Heute geht es mit dem Bus nach Chiang Mai. Da erst um 18 Uhr Abfahrt ist, deponieren wir unser Gepäck beim T.A.T und wandern durch Chinatown. Den Tauchkoffer hinterlassen wir im Hotel und holen ihn im zweiten Teil unseres Urlaubes wieder ab. Im kilometerlangen Gassengewirr von Chinatown werden wir überwältigt von einem unfassbaren Duft-, Gestank und Lärmerlebnis. In den engen Gässchen bewegen sich tausende Chinesen, meist zu Fuß, da Gefährte hier kein Fortkommen ermöglichen. Trotzdem hört man ab und zu das Schreien eines routinierten Wagenschiebers, der versucht seine Waren an den Stand zu bringen. Von Lebensmitteln, Kleidern, Haushaltsartikeln über Stoffe, Werkzeuge und Fastfood ist hier alles zu finden, was der gemeine Chinese so zum Leben braucht. Wir finden auch was für uns, weitere Klamotten. 2 Hosen, 4 T-Shirts und 4 Unterhosen für zusammen 450 Baht (9 €). Da war der vortägige Einkauf wahrlich teuer. Eines kann man wohl sagen, die Chinesen sind deutlich zurückhaltender und unfreundlicher. Trotzdem genießen wir die Zeit in Chinatown und essen an einem Straßenladen undefinierbares. Geschmeckt hat es, nur das grüne Limogesöff wollte nicht runter. Wir besuchen noch den Golden Buddha (Faltblatt), bevor wir die lange Reise nach Chiang Mai antreten.

Sonntag 19. Oktober 2003, Chiang Mai

Um 4:30 erreichen wir Chiang Mai. Völlig gerädert von der Fahrt, werden wir erstmal zu unserem Hotel Lanna Palace gebracht und schlafen bis kurz vor Mittag. Am letzten Tag in Chiang Mai wollen wir einen Kochkurs besuchen. Die thailändische Küche ist so köstlich, dass wir uns auf alle Fälle ein paar Rezepte und Tricks dazu mit nach Hause nehmen möchten. Nach dem Aufstehen laufen wir ziellos in der Stadt umher. Es ist viel ruhiger als in Bangkok, aber trotzdem ist noch reges Treiben und Lärm auf den Straßen. Wir gehen in einer Garküche am Straßenrand einheimisch essen, ist mal wieder super lecker. Es hat ziemlich viele Internet Cafès hier.
In einem Reisebüro versuchen wir erfolglos unser Bus-Rückfahrticket in einen Flug nach Ankor Wat (Kambodscha) zu konvertieren. Die wenigen Tage in Kambodscha rechtfertigen nicht den hohen Preis des Fluges.
Ein Tuk-Tuk bringt uns zurück zum Hotel, nachdem wir uns ordentlich verlaufen hatten. Gegen 19 Uhr werden wir zum Abendevent, Dinner und thailändischer Tanz, abgeholt. Das leckere Essen wurde von zu lauter, monotoner Thaimusik begleitet. Die darauf folgende Tanzvorführung war ähnlich monoton. Angeblich sahen wir Tänze von unterschiedlichen Stämmen, mehr Information dazu hatten wir leider nicht. Für unseren Geschmack dauerte es zu lange und war mal wieder eine typische Touristenveranstaltung.

Montag 20. Oktober 2003, Nationalpark Doi Iternon

Mit Einkaufen, in der Stadt die restlichen Trekking Mitglieder (2 Aussis und eine fünfköpfige Familie aus Florida) einsammeln und noch mal einkaufen wird es Mittag, bis wir uns endlich durch den Dschungel Nordthailands schlagen. Vorne weg laufen unsere Führer Non und No. Das vom Reisebüro gelobte englisch unseres Führers ist sehr mäßig, die Erklärungen im Dschungel fallen entsprechend aus. Es ist sehr schwül und warm, der Schweiß läuft in Strömen. Jeder Bach ist eine willkommene Erfrischung. Die erste Pause ist nicht weit. Es gibt Essen und Animation (Steinschleuder, Fußball, etc.). Es ist halt ein absolut unentdecktes Dorf. Wir laufen weiter, nächste Pause ... Man gewinnt den Eindruck, dass wir uns in einer Rentnertruppe befinden. Wir laufen durch Reisfelder, an einem Wasserfall vorbei zu einem Dorf. Das ganze natürlich schön mit Pausen durchsetzt, damit sich keiner bei diesem Montagsspaziergang anstrengen muss. Im Dorf ist dann auch schon unser erster Schlafplatz erreicht. Wir hoffen, dass der Rest des Weges, wenn wir uns von der restlichen Gruppe getrennt haben, etwas anspruchsvoller wird.
Das Dorf besteht aus 6 Familien mit 27 Leuten, Hütten, Schweinen, Hunden, Kühen, Büffeln und Hühnern. Das Leben hier ist extrem einfach, kein Strom, kein Telefon, kein Arzt. Und hier sind wir noch relativ nahe der Zivilisation, wenn man die paar Kilometer rechnet, die wir heute gelaufen sind. Nach dem leckeren Abendessen spielen wir amerikanische Kartenspiele und unterhalten uns ein wenig. Die Nacht verbringen wir auf harten Reismatten.

Dienstag 21. Oktober 2003, km 10

Die Nacht ist verdammt lang und unbequem auf den harten Böden. Um 6:30 hält uns nix mehr auf dem Lager und wir beobachten lieber das Treiben unserer Gastgeberfamilie dieses Karren Stammes. Gegen 10 Uhr geht es endlich los, nach einem kurzen Anstieg ist schon die erste Pause. Diese Tour ist wahrlich für jeden geeignet. Wir kommen nur wenig voran. Die Flora ist wie im Botanischen Garten, die Fauna lässt sich kaum blicken. Kleingetier, wie Termiten(haufen) oder Spinnen mit beachtlicher Größe sind die spärliche Ausbeute der heutigen Exkursion. Wir passieren ein Dorf mit einer Kirche und kommen nach wenigen Minuten zu unserem nächsten Nachtlager an einem Wasserfall gelegen. Das Wasser lädt zur Erfrischung ein, wir baden im Fluss. Der Nachmittag ist noch viel zu jung und so begleiten wir ohne unsere Führer eine andere Wandergruppe zu einem anderen Wasserfall. Es geht eine halbe Stunde durch Reisfelder, der Rückweg dürfte eine Herausforderung an die Navigation werden. Nach Bier und Wasserfall-Fun machen wir uns vor Einbruch der Dunkelheit auf den Rückweg. Die ein oder andere Kreuzung an den Reisfeldern kommt unbekannt vor, wir finden jedoch den Rückweg. Die Thai-Jungs an unserem Lagerplatz haben während dessen einen Maulwurf gefangen und gegrillt. Ein Stück vom Kopf bekomme ich zum abnagen. Zäh und verbrannt schmeckt das Fleisch. Ich werde zu Hause nicht auf die Jagd gehen ;-). Ein leckeres Curry, Kartenspielen und eine recht kurzweilige Diskussion mit unserem Führer No runden den Abend ab. Bei lauen Temperaturen verkriechen wir uns erst am nächsten Tag ins Nachtlager.

Mittwoch 22. Oktober 2003, km 13

Heute trennt sich unser Weg von der restlichen Gruppe. Wir werden mit Non weitere drei Tage trekken und hoffen auf etwas anspruchsvollere Routen. Um halb elf verabschieden wir uns. Non führt uns steile Hänge hinauf und hinunter. Das Niveau steigt, der Schweiß läuft. Mittags verbringen wir bei einem Einsiedler, der in seiner selbst gebauten Hütte, abseits jeglichen Dorfes alleine zu leben scheint. Von den Anstrengungen sind wir sehr hungrig, doch der angebotene Froschbrei sagt geschmacklich nicht zu. Wir bekommen Reis mit Ei und Bananen. Hier im Busch wird alles gegessen, was nicht schnell genug den Baum rauf kommt. Frösche werden gekocht, mit viel Chili zerstampft und verspeist. Maulwurf, Ratte oder Vogel, alles steht auf dem Speiseplan.
Die Route bleibt anstrengend. Wir wandern an Reisfeldern vorbei, durch Wälder hindurch, steile Hänge rauf und wieder runter, es geht durch unwegsames Gelände. Non muss das ein oder andere Mal den Weg mit seinem Messer freischlagen. Einen steilen Hang hinauf unserem Führer folgend wollte ich nach seinem Vorbild mich an einer Wurzel hochziehen. Die grüne, giftige Schlange, die sich darauf gut getarnt eingerollt hat, wartete schon auf meinen Griff. Erschrocken zog ich meine Hand sofort zurück, als ich sie sah. Non war sehr aufgebracht und offensichtlich froh, dass er nicht gebissen wurde. Schließlich erreichen wir unser nächstes Nachtlager. Non berichtet uns, dass der Tourismus hier noch kaum Einzug gefunden hat. Nur ca. 4 mal im Jahr dringen Touristen soweit vor. Entsprechend schmutzig und vollgemüllt ist der Dorfplatz. Plastik hat seinen Weg hierher bereits gefunden, nur den Weg zurück findet es leider nicht selbst. So fliegen Tüten umher, hängen in den Bäumen und schwimmen in den Pfützen und Bächen. Mit der Einführung von Kunststoff sollte auch Umweltschutz eingeführt werden, das bleibt aber immer aus.
Wir duschen uns am Dorfplatz unter einem Wasserhahn, interessierte Blicke beobachten uns. Die Schweine prügeln sich mit den Hunden und Hühnern um das Futter. Die Dorfbewohner sind sehr zurückhaltend, entsprechend verhalten wir uns. Wir wohnen mit einer Familie in deren Hütte. Zum Essen gibt es zerhaktes Huhn mit Reis. Reis ist die Lebensgrundlage dieser Menschen. Sie verbringen den ganzen Tag in der Saison auf dem Feld. Abends gibt es zum Lohn eine Flasche Reisschnaps. Wir brachten das scharfe Zeug nicht runter. Die Hausfrau schüttete es in sich rein, als wäre es Wasser, während sie am Boden sitzend mit ihren Händen und Füssen, einem Webstuhl gleich, Bänder webte.
Die Nacht ist. wie bereits gehabt, sehr komfortabel ... ich schlafe fast nicht.

Donnerstag 23. Oktober 2003, Nons Heimatdorf

Gegen 4 Uhr brüllen die Rooster los. Von da an wir der Rest der Nacht nur noch ein ewiges hin- und hergewälze, um den Liegeschmerz zu verteilen. Sind wir Weicheier! Die Menschen hier kennen wahrscheinlich noch nicht mal das Schlafgefühl auf einer Matratze.
Zum Frühstück gibt es wieder Ei und Toast, um der Diarrhöe zu trotzen werfen wir uns Kohletabletten ein. Es schifft in strömen, doch es hört auch ebenso plötzlich wieder auf. Wir brechen auf und laufen wieder durchs Unterholz. Beim Überqueren eines Viehgatters breche ich mit meinem Rucksack durch die Holzleiter und stoße mir das Schienbein, Holgi schlappt bis zum Knöchel in einem Bach und ich lege mich kurz vor der Mittagsrast auf dem schlüpfrigen Boden aufs Kreuz. Sonst verläuft alles reibungslos ...
Während der Pause holt Non eine Ratte aus einer Falle und bereitet sie auf offener Flamme zu. Er vertilgt die brettsteife, verkohlte Ratte, während es für uns Nudelsuppe gibt. Der weitere Weg geht durch Gestrüpp und Unterholz, ohne Non's Buschmesser wäre oftmals kein Weiterkommen mehr. Er findet immer wieder einen Weg, wo wir uns schon hoffnungslos verlaufen fühlten. Navigation ist in diesem Wald mit technischen Mitteln eigentlich nicht mehr möglich. Kompasspeilung wird durch das Unterholz verhindert, GPS durch das Blätterdickicht über uns, Sonne sieht man kaum. Non weiß trotzdem seinen Weg. Heute werden wir in seinem Dorf übernachten, seine Eltern sieht er höchstens dreimal im Jahr.
Der Abstieg zu seinem Dorf ist sehr steil und geht immer noch durchs Unterholz. Wir sehen einen wunderschönen Vogel, dessen Farbe an die Feuerwehr erinnert, leuchtend rot.
Die Begrüßung durch seine Eltern ist sehr zurückhaltend. Für unsere Verhältnisse würde ich sagen, dass das Wiedersehen keinen freut. Ich hoffe trotzdem, dass der Anschein trügt. Wir trinken Tee und gehen in den Bach vor dem Dorf zum Waschen. Die Dusche spült den Schweiß und die Anstrengungen weg. Der morgendliche Regenschauer bescherte eine Schwüle den ganzen Tag, die die Hänge zu einer Quälerei werden ließ.
Es wird kühler, die zunehmende Höhe ist der Grund. Eine sehr leckere Fischsuppe und ein Besuch vom Großvater ist das Abendprogramm. Kommunikation ist natürlich nicht möglich, vermutlich wollte er nur mal wieder Langnasen sehen.

Freitag 24. Oktober 2003, die grüne Hölle

Wir brechen auf und quälen uns eine Stunde lang einen sehr steilen Anstieg hoch. Nach weiteren eineinhalb Stunden erreichen wir den höchsten Punkt unserer Tour auf 2000m. Danach erreichten wir weiter durch die grüne Hölle marschierend einen idyllisch gelegenen 30m hohen Wasserfall zwischen schönen tropischen Pflanzen. Der Abstieg zum Wasserfall war ebenfalls wieder ziemlich steil und ging durch einen Bananenwald. Die grandiose Kulisse und die kühlende Gischt entschädigen für die Strapazen. Durch dichtes Gestrüpp queren wir einen steilen Hang. Ein Fehltritt würde hier ein paar Meter tiefen enden. Mittags erreichen wir ein relativ großes Dorf, wo wir nach Nudelsuppe ein Schläfchen abhalten. Nach einer Stunde gemütlichen Marsches kommen wir bei einer Bauernfamilie an, die alleine inmitten des Dschungels ihre Hütte stehen habt. Sie lebt offensichtlich von dem Reisfeld, welches unweit liegt. Wir duschen uns wieder im Bach und bekommen Tee serviert. Wir dürfen dem Zubereiten eines Froschbreies beiwohnen. Allein der Anblick dieser Leckerei lässt uns mit dem Würgereiz ringen . Gekochter Frosch wird zusammen mit reichlich Chilischoten im Mörser zerstampft. Die Beine hängen anfangs noch raus, doch auch sie entkommen nicht dem Stößel. So verschwindet langsam der ganze Frosch mit vielen Froschkumpels in dem gemörserten Brei. Die vielen Augen, welche aus dem Mörser blickten sind zermalmt. Naja, die Menschen hier kennen nicht unsere Küche und wir kennen nicht deren Küche. Trotzdem freuen wir uns über unser Reisgericht, ohne Frösche. Die dürren und ausgemergelten Hunde freuen sich über jedes überflüssige Reiskorn, das ab und zu zu Boden fällt. Hier kommen ihre Reis-Zähne voll zum Einsatz .
Die schweißnasse Wäsche wird nicht richtig trocken, entsprechend der Duft an der Wäscheleine. Die Nacht ist sehr kalt, lang, unbequem und schlaflos.

Samstag 25. Oktober 2003, Elefanten-Rafting

Die Kälte treibt uns bald aus dem kalten Lager zum Feuer, um das sich Non und das Familienoberhaupt samt seiner Hunde schon versammelt haben. Der erste Tee treibt die Kälte aus den Knochen. Der Familienvater vernascht eine frisch geröstete Heuschrecke, wir bekommen unser obligatorisches Ei mit Toast. Die Jungs gönnen sich noch eine Portion Stampffrosch.
Die Wanderung geht am Fluss entlang, welcher mit jedem Zustrom immer mehr anschwillt. Mehrmals müssen wir auf wackeligen Holzbrücken oder Baumstämmen den Fluss queren. Schmalen, rutschigen Pfaden folgen wir durchs Unterholz. Die Fauna hat sich auch heute nur hören lassen. Wir erreichen wieder Zivilisation und bekommen in einem Restaurant unser Lunch. Der Trek ist zu ende und letztendlich kamen wir zu unserer erhofften Tour durch den Dschungel Thailands. Wir belohnen Non für seine exzellente Führung mit 500 Bärten (Baht). Ein weiterer Programmpunkt, ohne den es solch eine Trekkingtour offensichtlich nicht zu geben scheint, ist das Elefantenreiten. Mit einem Pickup werde wir zu dieser ultralangweiligen Veranstaltung gekarrt. Natürlich kann man auch hier wieder gutes Geld lassen, indem man den Elefanten Bananen in den Schlund schmeißt. Wir lassen diesen Ritt über uns ergehen, so wie der Elefant. Nur auf dieses arme Tier warten schon wieder neue Touristen, während wir diesen Punkt abhaken können. Aber auch wir sind noch nicht erlöst. Es steht noch der Punkt Bamboo-Rafting an. Rafting ist wahrlich etwas übertrieben. Die Strömungsgeschwindigkeit war teilweise so gering, dass der Steuermann sich mit seiner Stange ordentlich abstoßen musste, um das Gefährt auf Geschwindigkeit zu halten. Diese Veranstaltung war jedenfalls auch ein voller Flop und kann getrost weggelassen werden.
In Chiang Mai erkunden wir unsere Optionen zum Besuch von Kambodscha (Ankor Wat). Die Flugpreise sind für unser Budget zu hoch und rechtfertigen keinen zweitägigen Aufenthalt, nur um Ankor Wat zu besuchen.
In einem Plastiksack entsorgen wir unsere Wäsche in eine Wäscherei. Wir essen und lassen die Digital-Fotos auf CD brennen. Die Tuk-Tuks sind hier deutlich teurer als in Bangkok. Wir genießen unsere erste Nacht in bequemen Betten.

Sonntag 26. Oktober 2003, Kochkurs

Wir werden um viertel zehn zum Kochkurs abgeholt. Die Teilnehmer werden in ganz Chiang Mai zusammengesammelt. Nach einem kurzen Einkauf am Markt beginnt der Spaß. Zuerst dürfen wir eine Massaman Curry-Paste im Mörser zubereiten. 100 verschiedene Gewürze und Zutaten werden in einer bestimmten Reihenfolge vermengt und gemahlen ... die Paste ist fertig. Wir kochen eine Kokosmilch-Suppe, eine süß-saueres Gericht und natürlich ein Massaman Curry. All die Leckereien dürfen wir in uns reinstopfen. Kein Eigenlob, aber es war vorzüglich! Am Nachmittag dürfen wir unser Mittagsmahl beim Zugucken verdauen. Der Chef stellt noch sticky rice mit Mango, Frühlingsrollen und andere Gemüseschnitzeren vor. Gegen 15 Uhr werden wir zurückgebracht. Wir warten auf unsere Wäsche, organisieren das Busticket nach Sukhothai und gehen zur Thaimassage. Zweieinhalb Stunden werden uns die Füße, Beine, Arme, Schultern und Rücken geknetet. Nach der Trekkingtour eine willkommene Wohltat. So entspannt schlappen wir noch durch den Nachtmarkt, trinken in einem Biergarten Bier (typisch deutsch) und lassen uns mit einem Tuk-Tuk zurück ins Hotel bringen.

Montag 27. Oktober 2003, Busfahrt nach Sukhothai

Die sechs Stunden Fahrt überstehen wir in einem Air conditioned Bus. In Old Sukhothai, nahe den alten Ruinen, buchen wir uns in das Vitoon Guesthouse ein. Ein Tuk-Tuk bringt uns nach New Sukhothai, welches wir weiter zu Fuß erkunden. Außer den Ruinen, die wir morgen besichtigen wollen, bietet Sukhothai nichts weiter, als andere Orte auch. Ein geschäftiges Treiben, interessante Früchte und Speisen, ungewohnte Düfte, Lärm und viele Menschen.
Nahe unserer Pension, in einem Internet-Restaurant schreiben wir Emails zwischen Fliegen fangenden Geckos. Das Essen wird von unfreundlichen Thai-Mädels serviert. Kurz vor der Nachruhe schlendern wir noch durch einen kleinen Nachtmarkt, der vom Lärm her ein großer hätte sein können. 6 Unterhosen für wenige Baht wechseln die Seite des Ladentisches.

Dienstag 28. Oktober 2003, die Ruinen von Sukhothai

Wir frühstücken Müsli mit Joghurt und Früchten und tauschen unsere Dollar. Die vom Geldgürtel und Trekkingschweiß verfärbten Euros werden wir wohl nicht mehr los. Mit dem Fahrrad erkunden wir die unzähligen Wats (Tempel) und lassen die alten buddhistischen Bauten aus den Khmer Zeiten auf uns wirken. Die Anlage ist sehr schön gepflegt. Bei gut gekühltem Cola und Trinkjoghurt machen wir ein Nickerchen und fahren danach noch mal New Sukhothai. Obwohl wir nach jedem suspekten Essen eine Aktivkohle-Tablette nachlegen hat mich Durchfall eingeholt und zwar ziemlich plötzlich. In buchstäblich letzter Sekunde wird mir eine Hoteltoilette zur Rettung.
Um den Sonnenuntergang in der Tempelanlage erleben zu können kehren wir bald zurück. Eine Tempel-Sonnenuntergangs-Fotosequenz soll meine Diashow schmücken. Eine Interentrecherche nach einem guten Tauchrevier und günstigen Flug von Bangkok nach Phuket bleibt erfolglos. Millionen kleiner Fliegen pflastern den hell beleuchteten Eingangsbereich unseres Guesthouses. Den Geckos geht offensichtlich gut, entsprechend dick und fett kleben sie an der Wand und lassen sich die Fliegen ins Maul schwirren.

Mittwoch 29. Oktober 2003, Bangkok

Frühstück bei unseren freundlichen Thai-Mädels, dann die kurzweilige 7-stündige Fahrt nach Bangkok. Wir buchen uns wieder im Manohra Hotel ein und holen unsere Tauchsachen.
Am Abend versuchen wir verzweifelt einen Flug für morgen nach Phuket zu bekommen. Dabei hat sich leider bestätigt, dass 'unser' TAT (staatliches Abzock-Reisebüro) ein Sauhaufen ist. Die haben uns mit der Trekkingtour abgezockt und haben es nun mit dem Flug wieder versucht. Den Flug buchen wir morgen direkt am Flughafen.
Wir lernten den thailändischen Pfannkuchen kennen und lieben. Leider sind die Teile nicht all zu groß, aber dafür sehr lecker. Mit dieser Wegstärkung machen wir uns auf zum Nachtmarkt in Pad Pong.

Donnerstag 30. Oktober 2003, Ko Phi Phi

Wir stehen früh auf, um rechtzeitig am Flughafen zu sein. Die Reise nach Phi Phi Island mit dem Taxi - Flugzeug - Taxi - Schiff klappt problemlos. Die erwartete Hitze auf Phi Phi blieb aus, es ist etwas bewölkt und angenehm temperiert. Die Freude darüber wird im nächsten Moment schon von Kopfgeldjägern gestört, die natürlich auf das Touristenfrischfleisch warten, um Hotels und Freizeitbeschäftigung zu vermitteln. Einer von ihnen nimmt sich unser an und schleppt uns zu einer Agentur. Wir buchen eine gar nicht so billige, aber dafür recht schmuddelige Unterkunft. Mit der Tauchbasis haben wir dafür mehr Glück. Sie wird von Brigitte aus Köln geführt. Wir buchen für den nächsten Tag zwei Tauchgänge.

Freitag 31. Oktober 2003, Taucherglück

Der erste Tauchgang fängt super an, wir sehen Leopardhaie. Diese Fische sind völlig harmlos, sehen aber beeindruckend aus. Mit ihren gut zwei Metern Länge gleiten sie majestätisch durchs Wasser. Leider wird dieser Tauchgang jäh von einer Muschel beendet, die sich tief in meine Handfläche gräbt. Der Schnitt fängt sofort stark an zu bluten. Wir tauchen noch ein Stückchen weiter, bis mir die schwere der Verletzung durch eine genaueren Blick deutlicher wird. Wir tauchen auf. Unser Tauchguide Mimi, flutet die Rettungsboje und ruft unseren Bootsteuermann. Die Taucherei ist für die nächsten Tage gestorben . Auf der Insel angelangt, gehe ich sofort zum Hospital Phi Phi. Nicht gerade beeindruckend die Anlage. Eine mehr oder weniger Wellblechhütte beherbergt drei Krankenschwestern, zwei oder drei Liegen und rudimentäres Arztequipment. Ein Arzt ist nur einmal die Woche da. Mein Fall wir aufgenommen. Ich werde auf eine der Liegen gebeten, mein Arm über einen Metalltrichter platziert. Ich hatte Glück, trotz der Schnitttiefe ist offensichtlich keine Sehen in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Wunde wird von den Krankenschwestern desinfiziert, mit mehreren Spritzen betäubt und mit 5 Nadelstichen genäht. Täglicher Verbandswechsel ist angesagt, die nächsten 10 Tage kein Tauchgang ... super. Mein letzter Urlaub in Norwegen wurde mir durch 'ins-Eis-einbrechen-und-fast-ersaufen' mit Schneeschuhen an den Füssen vergällt und der vorletzte Tunesienurlaub endete mit einem Salto vom Motorrad und zwei gebrochenen Fingern.
Die Aktivitäten auf der Insel beschränken sich auf Tauchen und Saufen, so scheint es. Abends ist Hulli Gulli mit Thai-Ladyboy-Show, Zauberkünstlern und anderen Vorstellungen, tagsüber wird der Rausch ausgeschlafen. Nichts für Taucher und Nicht-Trinker. Was soll ich jetzt die ganze Zeit auf dieser Mini-Insel machen, eine Inselüberquerung dauert, wenn man sich Zeit lässt, 5 Minuten.
Den Abend führt uns Mimi noch in zwei Bars, ins Carlitos und Karma. Das Karma ist schon alleine wegen des schwulen Besitzers, der auch den Laden schmeißt sehenswert. Der Typ ist echt putzig und wohnt mit Mimi in einer WG.

Samstag 1. November 2003, Zeit totschlagen auf Thai

Holgi geht mit Brigitte und Mike nach Bida Nai zum Tauchen. Ich begleite sie, in der Hoffnung die Langeweile damit etwas reduzieren zu können. Wir fahren mit dem Longtailboot raus. Außer Haien, so Holgi, ist das hier kein Vergleich zum roten Meer. Er will mich damit wohl auch etwas beruhigen, trotzdem habe ich tausendmal mehr Lust auf Tauchen als hier die Zeit tot zu sitzen. Aber einen ähnlichen Eindruck hatte ich auch nach dem ersten Tauchgang.
Am Nachmittag setzt sich das Zeit tot schlagen für uns beide fort. Es geht richtig an die Substanz. Wir hängen in der Tauchbasis rum, gehen mit Brigitte und Mike in ein deutsches Restaurant zum Abendessen und bald zu Bett.
Für Aktivurlauber ist so eine Insel keine Entspannung. Selbst die Taucherlebnisse können die grenzenlose Langeweile vom Rest der Zeit nicht aufwiegen. Leider ist hier außer Tourismus nichts weiter los. Ich sehne mich wieder nach Nord- oder Zentral-Thailand.

Sonntag 2. November 2003, Extrem Time Killing

Heute geht auch Holgi nicht tauchen. Wir gehen deutsch spätstücken, suchen und finden eine bessere und billigere Unterkunft und hängen zur Abwechslung in der Tauchbasis rum. Email schreiben, Filme gucken im Restaurant und blöd schauen ist unser heutiges Programm. Das italienische Restaurant ist unser Ziel für heute Abend.

Montag 3. November 2003, Tequilla suizide

In der Früh heißt es auschecken aus unserem wunderbaren Palast-Bungalow. Erstmal will man uns an der Rezeption das im voraus bezahlte Geld nicht aushändigen. Doch mit mehreren Drohungen und Gesprächen mit dem Chef, wandert die Kohle wieder in unsere Taschen. Holgi geht mit dem Wikinger Häkon und einer England-Österreicherin und einem Australier wieder mal tauchen - 'Tauchgänge waren OK, Sicht war nicht besonders' -.
Am Nachmittag beziehen wir unser neues Bungalow. Es gefällt uns deutlich besser. Im Bad ist sogar ein Regenwald eingepflanzt. Am Abend sind wir mit Mimi und Häkon im Carlitos. Der Wikinger beweißt sein Trinkfestigkeit und präsentiert uns einige seine Trinkkünste. Nach mehreren Bieren und Eimern mit Hochprozentigem ist er bereit für den Tequilla suizide. Er legt sich ein Bahn aus Salz, schnieft sie kräftig in die Nase, dann träufelt er sich die Zitrone ins Auge und als Belohnung gibt es dann den Tequilla zum Schlucken. Selbstredend, dass es danach aussah wie ein Zombie. Das ganze war aber noch nicht genug, er nimmt das Teelicht vom Tisch, welches randvoll mit flüssigem Wachs gefüllt war und schüttet es sich auf einen Schluck in den Mund. Kurze Zeit danach spuckt er es wieder aus ... Er ist Feuerwehrmann in Norwegen, hier hilft er gelegentlich in der Tauchbasis aus, sofern er nicht seinen Kater ausschlafen muss. Sein Bruder kommt bald zu Besuch, 'mit dem kann man richtig saufen', sagt er. Ich frag mich was er bisher gemacht hat.
Im Apache wird eine Lady-Boy-Show präsentiert. Unglaublich, das diese 'es' mal Männer waren. Keine Ahnung welche Strapazen sie dafür auf sich nehmen mussten, um so auszusehen, aber so sehen 'Rasse'-Frauen aus. Erstaunlich zu was Hormone und OPs in der Lage sind.

Dienstag 4. November 2003, Aussichtpunkt Ko Phi Phi

Rumhängen den ganzen Tag. Die einzige Aktivität beschränkt sich auf die kurze Wanderung zum Aussichtspunkt von Ko Phi Phi. Von hier hat man einen schönen Überblick über die kleine Insel.

Mittwoch 5. November 2003, neuer Tauchversuch

Heute darf ich wieder tauchen. Die 10 Tage sind zwar noch nicht rum, aber ich hab nichts dagegen. Die Fäden werden gezogen, ein wasserdichtes Pflaster über die Wunde geklebt. Ein Gummihandschuh drüber und mit Klebeband am Handgelenk abgedichtet, Neoprenhandschuh drüber ... sollte halten! Nach dem Tauchgang stellt sich leider heraus, dass die ganze Konstruktion nicht dicht hielt, die Naht ist komplett wieder offen und klafft. Tauchen ade! Zurück an der Basis, klebt Helga die Wunde mit Strips zu, nähen hilft hier nicht mehr. Den Nachmittag verbringen wir in einer Kneipe bei dem Film 'Fluch der Karibik'. Tja, es ist wirklich nicht viel los am Nachmittag. Die Schnapsleichen erholen sich von ihren vorabendlichen Exzessen, der Rest liegt am Strand oder taucht.

Donnerstag 6. November 2003, Brigittes Geburtstag

Ich werde zum Experten des Zeit Totschlagens. Wir verlegen unseren Rückflug nach Bangkok vor, damit ich nicht untätig meinen Urlaub auf der Insel absitze. Morgen geht es zurück, das Urlaubsprogramm wird etwas geändert.
Holgi beendet seine Prüfung zum Advanded Open Water Diver mit einem Tief-, Navigations- und Nachttauchgang. Mike hat ihm ein günstiges Angebot dafür gemacht, welches Holgi und eigentlich ich auch nicht ausschlagen konnten. Leider hat mir eine Muschel einen Schnitt durch die Rechnung gemacht.
Abends feiert Brigitte noch ihren Geburtstag bei Michele, einer kleinen italienischen Bar. Häkon, Mimi, ein Schweizer mit seinem jährlichen 2-Wochen-Lady-Boy-Fi.... und wir sind dabei.

Freitag 7. November 2003, Rückflug nach Bangkok

Wir hängen den ganzen Vormittag in der Basis rum und schlagen die Zeit tot, um dann beinahe das Schiff nach Phuket zu verpassen. Wir verabschieden uns von der wenig aufregenden Insel Phi Phi. Trotzdem, die Leute die wir kennen lernten waren alle sehr nett und freundlich. Die Rückreise nach Bangkok klappt problemlos. Im Hotel Manohra planen wir die nächsten Tage.

Samstag 8. November 2003, großer Wochenendmarkt

Der riesige Wochenendmarkt im Norden Bangkoks ist ein muss für den Bangkok-Besucher, sofern er genügen Zeit im Reisegepäck hat. Hier gibt es nichts, was es nicht gibt. Man kann tagelang durch die schmalen, von den Ständen gebildeten Gässchen wandern, ohne am gleichen Laden vorbeizukommen. Es gibt Kleidung, Wohnungsschmuck, Möbel, Tierhandlungen, jede Menge Essenstände, Metall- und Holzwaren und für uns besonders interessant ... Fische, Aquarien und Equipment. Wir beschließen einzukaufen und den Krempel via Luftfracht nach Deutschland zu bringen. Vor dem Einsetzen des größten Kaufrausches bemerke ich jedoch, dass die Luftfracht pro 10kg nicht 8 € sonder 80 € kosten, ein kleiner Potenzfehler. Dieser Preisunterschied relativiert die Schnäppchen und so trotten wir mit zwei Säckchen Fischfutter, ein paar Essstäbchen, Schälchen und mehr oder weniger unverrichteter Einkäufe vom Markt.

Sonntag 9. November 2003, Sightseeing in Bangkok

Mit dem Taxiboot fahren wir zum Königspalast. Natürlich sind keine kurzen Hosen und Sandalen erlaubt. So ist meine Hose leider zu kurz und endet knapp unter dem Knie. Holgi hat Glück, seine Hose passt. Ich darf mir für etwas Pfand eine Stoffhose ausleihen. Nun steht der Besichtigung nichts mehr im Wege. Die prunkvolle Anlage wurde 1782 errichtet . Sie beherbergt nicht nur den königlichen Palast und die Thronhallen, sondern auch einige Regierungsgebäude und den berühmten Tempel des Smaragdbuddhas. Das Gelände des Grand Palace hat eine Größe von 218,000 qm und ist von 4 Mauern umgeben, die insgesamt 1900 m lang sind. Der Palast wurde 1782 nach der Thronbesteigung König Rama I erbaut ... (Beschreibung, Lageplan).

Montag 10. November 2003, die schwimmenden Märkte

Mit dem Kleinbus werden wir zu den schwimmenden Märkten von Damnoen Saduak gekarrt. Zuvor gehört noch zum Programm eine Besichtigung eines Palmzuckerherstellungsbetriebes. Reichlich Souvenirs und wenig Information ist geboten. Es geht weiter zu den schwimmenden Märkten. Eine kleiner Lontailboot-Trip bringt in direkt zu den schwimmenden Marktfrauen. Diese Veranstaltung ist von Touristen überlaufen, so dass sich der Gedanke aufdrängt, dass diese Veranstaltung nur noch des Tourismus wegen existiert. Links und rechts des schmalen Flusses stehen Souvenirstände aufgereiht. Sicherlich nicht für Einheimische. Den Aufenthalt dort verkürzen wir in einem Strassencafè, da der Massenauflauf hier für uns wahrlich nichts reizvolles hat. Der Bus sammelt wieder alle ein und es geht zur nächsten Touristenveranstaltung: Mungokampf mit einer Kobra. Hier wird es uns zu bunt und wir gehen erst gar nicht in die kostenpflichtige Show. Auch hier wird ein kühles Getränk unser Zeitvertreib. Die Heimfahrt dafür wird noch mal richtig interessant. Wir haben das Vergnügen mit Indern und Malaien unsere Busplätze zu teilen. So prahlte während der Fahrt einer der Malaien, dass er bereits Elefantenfüsse, Affenhirn von lebenden Affen u. ä. verspeist hat. Mir ging fast das Messer in der Hose auf. Ich wäre zu gerne mit diesem Typen alleine gewesen ... hätte er doch mal von seinem Gehirn kosten können, sofern vorhanden! Hier fehlt mir jedenfalls jegliches Verständnis, wenn man sich mit solchen Tierquälereien brüstet.

Dienstag 11. November 2003, die Brücke am Kwai

Mit dem Zug fahren wir nach Kanchanabury. Die Holzbänke und staubige Luft im Zug machen die Fahrt recht kurzweilig. Da durch die offenen Fenster soviel Staub in den Zug gesaugt wurde, überkam mich eine Allergieattacke. Mit nassen Taschentüchern bedecke ich meine Augen und Nase, um den Juckreiz und die Niesanfälle etwas zu unterdrücken. Wir überqueren die absolut unspektakuläre Brücke am Kwai und fahren bis zur vorletzten Haltestation  kurz vor Nam Tok.
Die Zugstrecke wurde unter japanischer Aufsicht von Kriegsgefangenen gebaut. Unter unmenschlichen Bedingungen musste gearbeitet und gestorben werden. Innerhalb von 17 Monaten (Juni 1942 bis Oktober 1943) hatten 200.000 asiatische Zwangsarbeiter und 62.000 Kriegsgefangene unter großen Opfern dieser 415 km lange Trasse durch den Dschungel fertig gestellt. 92.000 Menschen starben durch Unfälle, Unterernährung und Krankheiten und gaben diesem mörderischen Unternehmen den Namen 'Death Railway'.
Wir haben Glück und können uns nach der Zugfahrt unter eine Reisegruppe mengen und kostenlos dem üppigen Buffet beiwohnen. Um nicht weiter aufzufallen, verziehen wir uns schnell wieder und geben uns den Thrill über das Wang Po-Viadukt zum nächsten Haltepunkt zurück zu laufen. Thrill deshalb, weil die Schienen ca. 10 m über dem Boden schweben und es kein Ausweichen nach links oder rechts gibt, wenn ein Zug kommt. Wir wussten aber, dass Züge hier nur im Schritttempo fahren und hofften darauf. Wir erreichen den nächsten 'Bahnhof' und warten auf das Eintrudeln der Bahn.
Zurück in Kanchanabury quartieren wir uns im Bamboo House ein, eine nette kleine Anlage direkt am River Kwai. Von dort aus buchen wir gleich unseren morgendlichen Ausflug zum Erawan Nationalpark und den Tigertempel. Mit dem Taxi fahren wir ins Zentrum Kanchanabury's und besichtigen das JEATH-Museum (JEATH, die in dem Krieg verwickelten Länder: Japan, England, Australien, Thailand und Holland). Die Dokumentation des Brückenbaus ist beeindruckend und nimmt 'kein Blatt vor den Mund', um die Qualen der Menschen zu dokumentieren. Der gegenüberliegende Soldatenfriedhof gibt unserer Stimmung den Rest. Jungs in allen Altersstufen haben hier ihr Leben gelassen.
Den Abend verbringen wir in einem Biergarten mit gar schauerlicher Live-Musik.

Mittwoch 12. November 2003, Erawan Nationalpark und Tigertempel

Mit einem Kleinbus geht es zu den Sinterterassen des Erawan Nationalparks. In sieben Stufen fällt hier das Wasser vom Berg ins Tal und bildet kleine Tümpel die zum Baden einladen. Die Kulisse ist traumhaft: dichter bewachsener Wald, hellblaue Seen, glasklares Wasser, Wasserfälle ...
Wir wandern dem Wasser entlang nach oben zur obersten Stufe. Der Boden ist streckenweise sehr glitschig, manchmal ist klettern auf allen vieren angesagt. Im oberste Teich gehen wir uns abkühlen, meine zerschnittene Hand erlaubt mir natürlich kein exzessives Badevergnügen. Mit 'erhobener Hand' wate ich durchs Wasser und versuche nicht abzurutschen. Die Fische knabbern an der Haut. Nach dem Abstieg und Mittagessen geht es gleich weiter zum Tigertempel. Unsere israelischen Mitfahrer machen sich während der Fahrt mit ihrem kläglichen Gesang und ihrer aufdringlichen Art unbeliebt. Dieses Verhalten scheint typisch für die Israelis zu sein, bestätigt uns unsere Reiseleitung.
In einem etwas versteckten Tempel leben Mönche, die vor einigen Jahren zwei Tigerbabies das leben retteten. Jäger hatten ihr Mutter getötet, gehäutet und die Jungen zurückgelassen. Die Mönche zogen diese mittlerweile erwachsenen Tiger auf. Unter ständiger Aufsicht, dürfen die Tiere frei herumlaufen, bzw. werden von Mönchen an der Leine geführt. Einer der Höhepunkte ist, einen der Tiger zu streicheln. Unter Anleitung der Mönche ist es möglich, sich diesen riesigen Raubkatzen zu nähern und sie zu berühren. Etwas aufregend ist es trotzdem. Der absolute Höhepunkt sind Tigerbabies, die hier immer noch groß gezogen werden. Wir dürfen mit ihnen spielen, sie klammern sich ans Bein, nuckeln an der Hand und sind verspielt wie kleine Kätzchen. Irgendwann sind sie so groß, dass sie mit einem Tatzenstreich einen Menschen plätten können ...
Wir fahren zurück nach Kanchanabury und von dort mit dem Bus weiter nach Bangkok. Unser Thailand-Urlaub geht zu Ende und wir bereiten den morgigen Rückflug vor.

Donnerstag 13. November 2003, Heimreise nach Deutschland

Der Heimflug ist erst abends und so haben wir noch den ganzen Tag in Bangkok mit keinem richtigen Plan. Wir versuchen noch ein Aquarium zu finden, doch zu der im Reiseführer angegebenen Adresse existiert leider keines. Wir sitzen die Zeit in einem Cafè ab und verbraten unsere letzten Bärte für Cappuccino. Auch diese Warterei hat ein Ende. Mit dem Taxi geht es zum Flughafen, danach ein langer Flug nach Wien. Am Wiener Flughafen verbringen wir noch einen mehrstündigen Aufenthalt mitten in der Nacht und erreichen früh morgens endlich Nürnberg.

Mit Ausnahme des Unfalles auf Ko Phi Phi war dieser Urlaub absolut super, wobei der absolute Höhepunkt die Trekkingtour im Nationalpark Doi Iternon. war.


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Heute (13.01.2005) bekam ich von Brigitte, eine sehr traurige Nachricht:
Die Tsunami-Katastrophe in Südost Asien (Dezember 2004) hat die Tauchbasis erwischt und Mimi und vielen anderen Freunden das Leben genommen.

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© 2004 Michael Pophal, Letzte Überarbeitung: 13.01.05